222 km rund um den Bodensee
– kurz, aber viel
Zwei Tage, drei Länder, eine Gemeinschaft. Was die Velotour rund um den Bodensee bedeutet und wie sie sich angefühlt hat.
Die Nacht war kaum vorbei, als in Romanshorn schon reges Treiben herrschte. Um 6:30 Uhr standen alle bereit. Helme auf, Velos gecheckt, Vorfreude gross. Ein kurzes Briefing, ein paar Frühstücks-Gipfeli und dann ging es los: die erste Etappe der Bodensee-Umrundung war angebrochen.
An den Zwischenstopps warteten jeweils ausgiebige Verpflegungsstationen, die Erich, unser Begleiter im Begleitfahrzeug bereithielt: Bananen, getrocknete Früchte, diverse Nüsse, Nussgipfel, viel kühles Wasser und Ovi-Guetzli – somit war für jeden Energiebedarf gesorgt. Der erste Halt wartete in Güttingen: Nach 1:15 Stunden Fahrt, die trotz zahlreicher kleiner Mücken bestens verliefen, war die Pause goldwert. Kurze Zeit zum Verschnaufen, doch dann ging es gleich weiter – innerhalb von 1:40 Stunden folgte der nächste Stopp in Gottlieben, dem charmanten Städtchen am Rheinausfluss.
Solange es noch nicht 30 Grad hat, müssen wir düsen – dieser Grundsatz galt. Doch schon ab 10 Uhr knallte die Sonne auf die Helme. Die Route führte durch Stein am Rhein, weiter über Gaienhofen auf der idyllischen Halbinsel Höri. Dann kam die Rettung: eine Eisdiele kurz vor 12 Uhr. Das Glacé gab allen genau den Schub, den sie für die zweite Hälfte der 120 km langen Tagesetappe bis nach Meersburg brauchten.
Pralle Hitze, ja, aber der Fahrtwind war ein echter Retter. Fast die ganze Zeit war der Bodensee in Sichtweite, die Natur allgegenwärtig. Die Route führte weiter über Radolfzell und Überlingen – vorbei an Weinbergen und Bodensee-Panoramen, die sich kaum besser hätten inszenieren lassen. Nussdorf bot dann nochmals Verpflegung und eine kurze Verschnaufpause vor dem Ziel. Und obwohl man dachte, der Bodenseerundweg an einem Sommerwochenende müsse überfüllt sein, war das Gegenteil der Fall. Es war überraschend ruhig. Fast kein Gegenverkehr, kein Gedränge, nicht einmal in Konstanz oder Stein am Rhein.
Die Route führte über offizielle Velowege: von glatten, frisch betonierten Strassen bis zu Kieswegen, die an den Velos eine charmante Staubpatina hinterliessen. Einige Abschnitte verliefen auf Hauptstrassen – im Voraus durchaus mit etwas Bammel betrachtet. Doch es gab keinen einzigen Zwischenfall, keine Panne, keine Auseinandersetzung. Alles verlief genauso, wie geplant und erhofft. Das Üben in gemeinsamen Trainingsausfahrten hatte Sicherheit und Fokus gebracht.
Um 16:20 Uhr, nach 9,5 Stunden auf dem Weg, rollte die Gruppe ins schöne Meersburg ein. Ein kleiner strategischer Trick: Das Hotel lag gleich am Stadteingang, somit haben wir den Massentourismus elegant umfahren. Das Hotel Zum Schiff empfing alle mit wohlverdienten Zimmern. Zuerst die lange ersehnte Dusche, dann die lange ersehnte Pause.
Um 19:30 Uhr traf sich die Gruppe zum Abendessen im Hotel. Gemeinsam in einem Raum, Lachen, Erzählen, den Abend ausklingen lassen – genau das, was nach einem solchen Tag zählt.
